Die Entwicklungsgeschichte des Mobilfunks

 

Das erste Mobiltelefon

Die heutigen Mobilfunknetze blicken auf eine lange Entwicklung zurück. Das erste Mobiltelefon wurde in Form eines Zugtelefons bereits 1918 auf der Strecke Berlin – Zossen getestet. Es dauerte dann noch 8 Jahre, bis 1926 auf der Strecke Berlin – Hamburg die Deutsche Reichsbahn diesen Dienst der Öffentlichkeit zugänglich machte. Die Signale wurden über das Dach des Waggons an eine Telegraphenleitung, die parallel zur Strecke verlief, übertragen und von dort über eine so genannte Zugvermittlungsstelle ins Festnetz versendet. Die Gesprächsgebühren waren verglichen mit den heutigen Gebühren exorbitant hoch. So kostete die Gesprächsminute circa 1 Reichsmark. 1 Reichsmark zur damaligen Zeit entsprechen ca. 7 Euro heute.

 

Das A-Netz von 1958

Das erste deutsche Netz war das A-Netz welches 1958 eingeführt wurde. Bei diesem analogen Netz wurden die Gespräche noch über 15 Kanäle per Hand vermittelt. Eine weitere Bezeichnung für das A-Netz war auch „Landfunk“. Das A-Netz arbeitete mit einem Frequenzbereich von 156 MHz bis 174 MHz und konnte 10.500 Netzteilnehmer sowie eine Flächendeckung von ca. 80 % aufzeigen. 1977 wurde das A-Netz eingestellt und 1980 komplett abgeschaltet.

Die damaligen Telefone und das benötigte Zubehör sind nicht mit der heutige Technik zu vergleichen. Die Technik war schwer, unhandlich und teuer. So lagen die Grundgebühren des A-Netzes noch bei etwa einem Drittel des Einkommens eines Facharbeiters zur damaligen Zeit (Grundgebühr A-Netz circa 270 DM, Einkommen eines Facharbeiters circa 600 DM). Die notwendige Technik basierte noch auf Röhren und wog etwa 16 Kilogramm und ein Gerät kostete zwischen 8.000 und 15.000 DM. Lediglich für ein Sondermodell des VW-Käfers gab es zur damaligen Zeit ein A-Netz Gerät, welches bereits für 5.000 DM zu haben war. Selbstredend gab es A-Netz Geräte nur als Festeinbau.

 

Das B-Netz von 1972

Eine technische Weiterentwicklung bot das B-Netz, welches 1972 eingeführt wurde. Die analoge Handvermittlung des A-Netzes wurde durch eine vollautomatische Selbstwählverbindung ersetzt. Mit Einführung des B-Netzes wurde Deutschland in 150 Zonen gegliedert. Maßgabe für ein Telefonat war, dass der Anrufer wusste, in welcher dieser Zonen sich der andere Teilnehmer befindet, um die entsprechend zugeordnete Vorwahl wählen zu können. Wurden diese Zonen während eines Telefonates gewechselt, wurde das Gespräch abgebrochen und eine Neuwahl war erforderlich. Ein weiterer Nachteil war, dass die Gespräche nicht abhörsicher waren. Im Vergleich zum A-Netz stieg die Teilnehmerzahl auf rund 16.000 an, obgleich die Anschaffungskosten für die Technik nicht gesunken sind. Durch die verhältnismäßig hohe Nutzerzahl wurden 1980 die nicht mehr verwendeten Frequenzen des A-Netzes zum Ausbau des B/B2-Netz genutzt. Eine wichtige Neuerung in diesem Netz war, dass die Teilnehmer nun auch die Möglichkeit hatten, in den Niederlanden, Luxemburg und Österreich ihre Mobiltelefone zu benutzen. Die Nutzerzahl stieg kontinuierlich bis auf die Höchstgrenze von 27.000 an. Das B-Netz wurde bis 1994 betrieben. Mit Auslaufen des B-Netzes wurde auch die Entwicklung der Technik vorangetrieben, so dass die Funktelefone etwas kleiner wurden und auch mehr Leistung aufweisen konnten. Die war insbesondere auf Neuentwicklungen in der Halbleitertechnik zurückzuführen.

 

Das C-Netz von 1985

Ende 1985 wurde das C-Netz eingeführt. Während die A- und B-Netze vorrangig im Bereich der Autotelefonie verwendet wurden, gelang mit Einführung des C-Netzes der Übergang zur reinen Mobiltelefonie.

Zum ersten Mal wurde eine einheitliche Vorwahl (0161) für alle Teilnehmer vergeben. Somit war die Erreichbarkeit nicht mehr auf die 150 Zonen beschränkt, sondern eine bundesweite unterbrechungsfreie Erreichbarkeit war gegeben. Die Kundenzahl stieg auf einen Höchststand von 800.000, wobei die Kapazität des Netzes fast komplett ausgelastet war. Erstmals war es möglich, Datenübertragungen über das C-Netz durchzuführen. Wobei dieser Dienst nur im Bereich der Übertragung von Faxen wirklich Anwendung fand. Mit Einführung des C-Netzes wurden auch erstmals Chipkarten eingeführt, auf denen die Rufnummer des Teilnehmers gespeichert war. Die Preise der Geräte waren immer noch sehr hoch, diese Lagen zwischen 8.000 und 5.000 DM. Mit circa vier bis fünf Kilogramm konnten die Geräte, die durchaus schon tragbar waren, auch nicht als Handy bezeichnet werden. Erst 1992 wurde das erste Gerät auf den Markt gebracht, was als Handy bezeichnet werden konnte. Es hatte nur noch ein Gewicht von 625 Gramm. Resultierend aus der Resonanz und dem Kundenzuwachs sanken die Preise. Nachteilig hingegen war die Sprachqualität. Das C-Netz wurde im Jahr 2000 eingestellt.

 

Das D-Netz von 1991

Das erste digitale Mobilfunknetz, das D-Netz, wurde 1991 eingeführt. Das D-Netz basiert auf dem GSM-Standard, der Anfang der 80iger entwickelt wurde. Durch die weltweite Unterstützung des GSM 900-Standards war nun eine uneingeschränkte und unterbrechungsfreie Erreichbarkeit gegeben und durch den Roamingdienst konnte sogar im Ausland telefoniert werden. In Deutschland sind zwei Netze vorherrschend. Zum einen das D1-Netz und zum anderen das D2-Netz. Mit Einführung des D-Netzes wurde die Mobilfunktechnik stetig weiterentwickelt. Die Handys wurden kleiner und mit immer mehr Funktionen ausgestattet. So konnten die Kunden zum ersten Mal SMS senden und die Sprachqualität nahm deutlich zu. Die Netzabdeckung stieg auf nahezu 100 %. Die neue Technik bietet Platz für circa 4 Millionen Teilnehmer. Nach den damaligen Zahlen erschien dies ausreichend. 1994 kam ein neuer bahnbrechender Dienst hinzu, die SMS.

 

Das E-Netz von 1993

Im Jahr 1993 wurde das E-Netz aufgebaut. Auch dieses Netz wird durch den GSM-Standard unterstützt. Im Unterschied zum D-Netz verwendet das E-Netz einen GSM 1.800- Standard. Hierbei wird ein anderer Frequenzbereich genutzt, was wiederum dazu führt, dass die Sendeleistung der Mobiltelefone geringer ist. Durch die geringe Sendeleistung müssen die Sendemasten in einem westlichen geringeren Abstand zueinander aufgebaut werden. Ein Vorteil der relativ niedrigen Sendeleistung ist, dass die Mobiltelefone einen geringeren Energieverbrauch haben und somit längere Gespräche geführt werden können, ohne den Akku nachladen zu müssen.

 

Die drei Mobiltelefongenerationen

Die Entwicklung der Mobiltelefone wird in drei Generationen unterschieden. Je nach Entwicklungsstandard werden die Mobiltelefone entweder der ersten, zweiten oder dritten Generation zugeordnet.

In die erste Generation werden analoge Mobilfunknetze wie das A-, B- und C-Netz eingeordnet. Die zweite Generation umfasst die digitalen Netze, die mit Einführung der D- und E-Netze entstanden. Der Mobilfunkstandard der zweiten Generation ist GSM. Mobiltelefonie der dritten Generation beinhaltet die entwickelte paketvermittelte Datenübertragung. Zudem ist die Datenübertragung im Vergleich zu dem Mobilfunkstandard der zweiten Generation erheblich erhöht worden.

Ziel der dritten Generation ist ein weltweit einheitlicher Mobilfunkstandard, um eine Vereinfachung für Mobilfunkteilnehmer und Mobilfunknetzbetreiber zu schaffen. Als Mobilfunkstandard der dritten Generation wird UMTS angesehen.

 

Standards wie beispielsweise GPRS, HSCSD, HSDPA und HSUPA unterstützen zum Teil GSM-Netze aber auch UMTS-Netze. Da in dem Fall keine eindeutige Zuordnung möglich ist, wurde für diese Gruppe der Begriff der 2,5 Generation geschaffen.

(c) Handycluster.de
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