M-Commerce oder auch Mobile Commerce ist eine Weiterentwicklung von E-Commerce und vereint dessen Eigenschaften unter Verwendung von Mobiltelefonen und drahtloser Kommunikation. M-Commerce umfasst alle Transaktionen, die beispielsweise über Mobiltelefone, W-Lan und Bluetooth mit mobilen Endgeräten abgewickelt werden. M-Commerce lässt sich in einzelne Bereiche einteilen.
Unter dem Begriff „Mobile Informationsdienste“ versteht man das Vertreiben von Artikeln und News auf mobile Geräte. Gerade Verlage nutzen diesen Dienst, um ihre Inhalte zu verbreiten.
Ein weiterer Bereich des M-Commerce ist Mobile Banking. Mobile Banking ist ein Dienst, der auf die Abwicklung von Bankgeschäften mit dem Mobiltelefon abzielt. Zu Beginn der Entwicklungsphase wurde Mobile Banking von den Verbrauchern eher mit Skepsis gesehen. Grund dafür waren die langsamen Internetverbindungen sowie deren Verbindungspreise. Die Weiterentwicklung der Mobiltelefone und somit deren Möglichkeiten zur Datenübertragung, machen diesen Dienst jedoch wieder für den Verbraucher attraktiv. Über Mobile Banking können Konten und Depots geführt werden aber auch ein Abrufen von aktuellen Finanzinformationen ist möglich.
Für Mobile Banking muss eine Anwendung geschaffen werden, die die unterschiedlichen Mobilfunknetze und Mobiltelefone unterstützt. Auch die Übertragungsraten müssen auf ein Minimum reduziert werden, denn nur so lässt sich eine kostengünstige Alternative schaffen.
Ein stark ausgeprägter Mobile Commerce Teilbereich ist Mobile Entertainment. Mobile Entertainment spezialisiert sich auf das zur Verfügung Stellen von Inhalten rund um Unterhaltungsmedien und hat einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft. In diesen Bereich zählen insbesondere Spiele, Klingeltöne, Handybilder und –logos sowie Videos. Dem Anbieter solcher Anwendungen dient Mobile Entertainment zur Kundenbindung.
Während der Ausprägung von Mobile Entertainment hat sich gezeigt, dass die Mobilfunkteilnehmer keine Scheu zeigen, diesen Dienst zu nutzen. Ganz im Gegenteil hat sich Mobile Entertainment zu einer lukrativen Einnahmequelle entwickelt, die nicht zu versieden scheint. Des Weiteren ist zu beobachten, dass Nutzer bereit sind, einen beliebigen Betrag für die Dienstleitung zu zahlen – so lange die Qualität und der Unterhaltungsfaktor stimmen. Mobile Entertainment- Anbieter haben sich Jugendliche zur Zielgruppe gemacht, denn diese sind ständig auf der Suche nach neuen Klingeltönen, Spielen und sonstigen Features.
Mobile Marketing oder auch Mobile Advertising nutzen Mobiltelefone als Werbeboten. Im Vergleich zu anderen Werbemethoden bringt Mobile Marketing den Vorteil, dass der Empfänger immer und überall erreichbar ist. Mobile Marketing wird oft mit Mobile Entertainment verbunden, um eine breitere Masse zu erreichen.
Auch der Versand von SMS oder MMS ist häufig zu sehen. Diese Methode nutzen zum Beispiel die Mobilfunkanbieter, um Kunden auf Aktionen oder Sonderangebote hinzuweisen. Aber auch Radiosender haben mit kostenlosen Staumeldungen per SMS einen effektiven Werbeträger gefunden, denn unter den aktuellen Meldungen erscheint meist eine Information über den Sender.
Neben der Erreichbarkeit der Empfänger, spielen auch die entstehenden Kosten eine große Rolle. Der Massenversand von SMS ist meist billiger als eine groß angelegte und aufwendige Werbekampagne.
Mobile Ticketing wird vor allem dann eingesetzt, wenn beispielsweise Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel oder Parktickets benötigt werden. Dies hat zum Vorteil, dass bargeldlos gezahlt werden kann. Mobile Ticketing ist meist im Zusammenhang mit Mobilen Informationsdiensten zu finden, denn der Verbraucher kann sich beim Ordern der gewünschten Tickets zusätzliche Informationen, beispielsweise einen Busfahrplan, anzeigen lassen.
Die Verfahrensweise ist ganz einfach. Der Kunde wählt die gewünschten Tickets aus und bestellt diese mit seinem Mobiltelefon. Anschließend werden die Tickets per SMS, MMS oder E-Mail auf das Mobiltelefon versandt. Durch spezielle Lesegeräte kann dann die jeweilige SMS oder MMS als Eintrittskarte versendet werden. Manche Anbieter versenden Barcodes, die dann mittels Scanner an den Kassen ausgelesen werden können. Wird der Code korrekt ausgelesen, werden dem Kunden die Eintrittskarten an der Kasse ausgehändigt. Die Barcodetechnik setzt jedoch voraus, dass das Mobiltelefon über ein großes Display verfügt und eignet sich somit am besten für PDAs und Smartphones.
Ein wichtiger Aspekt für M-Commerce ist die Sicherheit. Zwei Sichtweisen müssen bedacht werden. Zum einen besteht die Gefahr durch das unerlaubte Eingreifen Dritter (Hacking) und zum anderen die Gefahr des Betruges durch den Nutzer.
Viele Kunden sehen jedoch auch skeptisch auf die Mobile Commerce-Anwendungen, weil zum Beispiel im Falle von Mobile Banking persönliche Angaben dargelegt werden müssen. Diese Bedenken treten nicht explizit bei Mobile Commerce auf, sondern auch bei anderen internetbasierenden Anwendungen auf PCs.