Im Laufe der Zeit haben sich neben den sinnvollen Nutzungsmöglichkeiten auch den meisten Menschen eher nutzlos erscheinende Anwendungen von Mobiltelefonen gefunden.
Im Jahre 2000 wurde in der Lessingstadt Kamenz bei Krögels eine neue Sportart erfunden, der Handyweitwurf. Mittlerweile hat sich diese Randsportart etabliert und in jährlich stattfinden Meisterschaften treffen sich zwischen 200 und 300 begeisterte Sportler um sich zu messen. Dabei hat sich herausgestellt, dass nicht nur das Gewicht und die aerodynamischen Eigenschaften des jeweiligen Mobilfunktelefons eine Rolle spielen sondern auch die Technik, die der Werfer anwendet. Mittlerweile sind die aktiven Sportler international organisiert, im IAMPT (International Association of Mobile Phone Throwers). Für das Jahr 2006 hat sich die polnische Stadt Zgorzelec für die Austragung der Weltmeisterschaft beworben.
Eine weitere Kuriosität kommt aus Südafrika. Dort lassen sich immer mehr Menschen mit Mobiltelefonen, auf Wunsch auch mit Ersatzakkus, beerdigen. Die Idee dabei ist, dass man, sollte man nur verhext und nicht tot sein, mit der Außenwelt in Verbindung treten kann. Auch in der nördlichen Hemisphäre lassen sich zunehmend Menschen mit ihrem Handy begraben. Diese teilen nicht die Angst der Südafrikaner, sondern wollen vielmehr mit dem Gegenstand begraben werden, der ihren Lebensstil zu Lebzeiten repräsentierte. In Amerika fallen diese Grabbeigaben eher negativ auf. In Krematorien vernehmen die Bestatter immer häufiger Explosionen, weil Angehörige den Toten Mobiltelefone mit auf den Weg geben, welche in die Hitze der Verbrennungsöfen explodieren.
Eine der letzten und sogar patentierten Innovationen in Sachen Mobiltelefone und Tod ist eine Box, in der sich in Lautsprecher, ein Mobiltelefon und ausreichend Stromversorgung für circa 200 Gesprächsminuten oder 12 Monate Erreichbarkeit befindet. Diese kann als Grabbeigabe dem Verstorbenen mitgegeben werden. Sinn und Zweck ist eine neue Art der Trauerbewältigung. Das psychologische Phänomen des „mit den Toten Redens“ ist seit jeher bekannt. Dazu begaben sich die Hinterbliebenen an die Grabstelle und sprachen zu dem Verstorbenen. Zukünftig ist dies durch die neue innovative Technik von jedem Ort der Welt möglich. Die Box mit Handy und Lautsprecher wird mit dem Verstorbenen beigesetzt. Dies eröffnet die Möglichkeit für die Hinterbliebenen aus nächster Nähe mit dem Toten in Kontakt zu treten, ohne dass es jemand auf dem Friedhof hört oder erfährt. Auch lässt sich damit der räumliche und zeitliche Aspekt optimieren. Laut Psychologen handelt es sich hierbei um eine neue Form der aktiven Trauerbewältigung, denn die Hinterbliebenen können immer und von jedem Fleck der Erde (Mobilfunkempfang vorausgesetzt) sich ihren Kummer von der Seele reden. Allein das Wissen, dass die eigene Stimme aus nächster Nähe zu dem Toten dringt, gibt ein Gefühl der Verbundenheit und verstärkt das Wohlbefinden. Auch für den Verstorbenen kann es noch zu Lebzeiten erfreulich sein, zu wissen, dass ihm seine Angehörigen auch nach dem Dahinscheiden ganz nah sein können. Die Box ist für circa EUR 1.500 käuflich zu erwerben.
Auch im Bereich der Haustiere machen Mobilfunkinnovationen keinen Halt. Eine amerikanische Firma hat ein Gerät entwickelt, welches Hunden oder Katzen ans Halsband geschnallt wird. Dieses Gerät verfügt über ein GPS- Modul zur Ortung, ein Mikrofon und einen Lautsprecher. Damit kann der besorgte Besitzer sein entlaufenes Tier zum einen orten und zum anderen mit ihm Kontakt aufnehmen. Er hat einerseits die Möglichkeit zu seinem Haustier zu sprechen und auf der anderen Seite sein Haustier oder die Umgebungsgeräusche zu hören.