Kunden von Mobilfunknetzbetreibern haben beim Kauf die Möglichkeit, zwischen einem so genannten Laufzeitkartenvertrag oder einer Prepaid-Karte zu wählen. Die Entscheidung welche Alternative der Kunde wählt, hängt auch vom Nutzungsverhalten ab.
Mit einem Vertrag ist der Kunde bis zu 24 Monate an den Betreiber gebunden und hat nach Ablauf dieser Frist die Möglichkeit den Vertrag um ein weiteres Jahr zu verlängern oder zu kündigen. Bei Vertragsverlängerung locken die Netzbetreiber mit einem subventionierten Mobiltelefon. Ein wesentlicher Unterschied zwischen einem Vertrag und einer Prepaid-Karte ist die Grundgebühr. Mit Abschluss eines Vertrages ist – je nach Tarif – eine monatliche Grundgebühr fällig. Dadurch sind jedoch die Tarifunterschiede zwischen Vertrag und Prepaid zu erklären.
Die Prepaid-Karte ist eine gute Alternative für Personen, die aufgrund ihres Alters und ihrer Bonität keinen Kartenvertrag eingehen können. Jugendliche unter 18 Jahren können aus rechtlichen Gründen nur die Prepaid-Karte wählen, da sie noch nicht voll geschäftsfähig sind und ein Vertragsabschluss somit auszuschließen ist. Beim Kauf eines Mobiltelefons wird durch den Anbieter eine Bonitätsauskunft eingeholt. Fällt diese negativ aus, ist ein Vertragsabschluss ebenfalls nicht möglich. Die Bonitätsprüfung dient dem Anbieter zur Sicherheit, dass die monatlichen Rechnungen auch beglichen werden können. Bei der Bonitätsprüfung werden verschiedene Kriterien berücksichtigt. Der Kriterienkatalog kann von den Netzbetreibern intern festgelegt werden. Bewertungskriterien können unter anderem die Schufa-Auskunft, Beruf, Nationalität, bereits bestehende Handyverträge und deren Zahlungsverhalten sowie das Alter sein. Ob ein Endkunde einen Mobilfunkvertrag abschließen kann, kann ausschließlich durch den Mobilfunknetzbetreiber entschieden werden. Nach den Bestimmungen der deutschen Mobilfunknetzbetreiber darf ein Privatkunde maximal vier Mobilfunkverträge parallel abschließen oder vier Prepaid-Karten gleichzeitig nutzen.
Prepaid-Karten erhalten ihren Namen aus dem Englischen. Prepaid bedeutet „vorab bezahlt“. Der Kunde kauft beim Anbieter diese Karte gegen Bezahlung des entsprechenden Guthabenwertes. Ein großer Vorteil der Prepaid-Karten ist, dass die monatliche Grundgebühr entfällt und ferner keine Vertragsbindung zum Anbieter nötig ist. Gerade für Jugendliche, die ihr Telefonverhalten nicht einschätzen können, ist eine Prepaid-Karte optimal. Denn ist das aufgeladene Guthaben verbraucht, kann nicht mehr telefoniert werden. Das Risiko eine überhöhte Rechnung zu erhalten, ist somit nicht gegeben. Auch nachdem das Guthaben einer Prepaid-Karte aufgebraucht ist, ist die mit der Prepaid-Karte verbundene Mobilfunkrufnummer noch einige Zeit erreichbar. Aber nicht nur für Jugendliche ist die Prepaid-Karte von Vorteil. Auch ältere Personen nehmen diese in Anspruch. Diese nutzen das Handy nicht wie üblich zur Unterhaltung oder zur „zwingenden Kommunikation“ per SMS. Diese Gruppe kauft sich ein Handy mit der Prepaid-Option, weil Sie das Handy nur nutzen wollen, wenn sie mal unterwegs und im Urlaub sind.
Sie nutzen das Telefon mehr oder weniger aus Sicherheitsgründen und nicht um sich mitzuteilen.
Der Wegfall der Grundgebühr bei Prepaid-Karten äußert sich vor allem in den Tarifen. Dies ist als Nachteil anzusehen. Denn im Vergleich zu Kartenverträgen sind die Kosten für Gesprächsminuten, SMS oder MMS höher. Ein weiterer Nachteil ist die SIM-Lock Funktion, die dem Nutzer nicht erlaubt eine andere SIM-Karte in das Gerät einzulegen. Ist das Gesprächsguthaben auf einer Prepaid-Karte aufgebraucht, muss diese innerhalb von sechs oder auch zwölf Monaten erneut aufgeladen werden – andernfalls verliert die Karte ihre Gültigkeit und wird gesperrt. Möchte der Kunde seine Karte aufladen, so kauft er erneut in einem Mobilfunkgeschäft eine Guthabenkarte. Mit dem darauf befindlichen Code kann das Guthaben auf der Prepaid-Karte per Telefon oder Internet aufgeladen werden. Mittlerweile lassen sich Prepaid-Karten auch an Zigarettenautomaten aufladen ebenso an Tankstellen, Banken und zahlreichen anderen Stellen. Bei etlichen Mobilfunknetzbetreibern erhält man gewisse Rabatte, wenn man größere Summen auflädt. Zum Beispiel erhält man eine Gutschrift von 15 € für einen Betrag von 10 € oder 25 € für einen Betrag von 20 €.
Dies soll die Kunden dazu animieren, möglichst hohe Beträge auf die Prepaid-Karten der Mobilfunknetznetreiber aufzuladen.