Durch die vielfältige Nutzung von Mobiltelefonen hat sich eine Handy-Etikette herausgebildet, die den Umgang mit Mobiltelefonen in unserer Gesellschaft vereinfachen soll und die Grundlage für eine Akzeptanz der Mobiltelefone in der Öffentlichkeit darstellt. Oft wird das Telefonieren in der Öffentlichkeit durch unbedachtes Handeln als Protzerei abgetan. Telefonate in der Öffentlichkeit lassen sich nicht immer verhindern. Hält man sich jedoch an gewisse Regeln, sollten Reaktionen und Akzeptanz des Umfeldes positiv ausfallen.
Zunächst sollte bei Telefonaten in der Öffentlichkeit bedacht werden, dass das Umfeld meist keine Chance hat, Gespräche nicht mitzuhören – sei es nun gewollt oder nicht. Darauf sollte der Mobilfunkteilnehmer Rücksicht nehmen und zum Beispiel in geschlossen Räumen oder auch in Bus und Bahn auf Gespräche verzichten. Viele Mitmenschen könnten sich durch die Lautstärke oder auch durch die Gesprächsinhalte belästigt fühlen. In einigen deutschen Städten ist das Telefonieren in öffentlichen Verkehrsmitteln aus Rücksicht auf die anderen Fahrgäste bereits verboten.
Bei der Auswahl der Klingeltöne sollten Mobilfunkteilnehmer auf einen dezenten Ton zurückgreifen, denn wenn das Mobiltelefon ständig mit lauten und nervenaufreibenden Tönen klingelt, fühlen sich die Mitmenschen gestört.
Bei Theater- oder Kinobesuchen, bei Besprechungen, in Restaurants, bei Vorträgen und ähnlichen Veranstaltungen sollten Mobiltelefone ausgeschaltet bzw. stumm geschaltet werden. Gerade Referenten können durch das plötzliche Klingeln und einem daraus resultierenden Gespräch immens gestört werden und dabei den „roten Faden“ verlieren.
In vielen Schulen wurde bereits ein Mobilfunkverbot ausgesprochen, da die Unterrichtsstunden durch Anrufe gestört wurden und die Aufmerksamkeit der Schüler erheblich litt.
Mobiltelefone mit Fotokameras sollten nicht in Einrichtungen mit Umkleidekabinen, beispielsweise Schwimmhalle, mitgenommen werden. Durch eventuelle Aufnahmen kann die Privatsphäre der Mitmenschen verletzt werden. Diese Form des Missbrauchs ist in Deutschland verbreitet. Mittlerweile gibt es sogar Foren und Webseiten auf denen diese Fotos veröffentlicht werden. Dem wird entgegengewirkt, indem an vielen öffentlichen Orten, wie eben Schwimmbädern oder Saunen, ein Mobiltelefonverbot ausgesprochen wurde.
Viele Mobilfunkteilnehmer nutzen zum komfortablen Telefonieren Headsets. Diese sollten bei Gesprächen mit Mitmenschen abgenommen werden. Für den Gesprächspartner ist es andernfalls schwer zu unterscheiden, ob der Teilnehmer gerade ein Telefonat führt oder mit seinem Gegenüber redet.
Auch die Gesprächslautstärke sollte immer angemessen sein. Viele Mobilfunkteilnehmer neigen dazu die Gesprächslautstärke zu erhöhen wenn der Funkempfang schlechter wird oder der andere Gesprächsteilnehmer möglicherweise im Auto unterwegs ist.
Des Weiteren gehört es zum guten Ton, dass man Mobilfunkteilnehmer fragt ob sie geraden ansprechbar sind und nicht einfach drauf los redet. Oft kann es passieren, dass der Gesprächsteilnehmer in einer Beratung oder ähnlichem ist und die Stummschaltung bzw. das Ausschalten des Mobiltelefons vergessen hat. Für dieses Problem bieten viele Mobiltelefone die Möglichkeit alle akustischen Signale in Profilen abzuspeichern. Wählt ein Nutzer nun eines der Profile, zum Beispiel „Draußen“ werden alle Signale auf volle Lautstärke gestellt. Bei dem Profil „Meeting“ zum Beispiel werden kaum hörbare Signale ausgegeben und stattdessen Anrufe oder andere Nachrichten und Ereignisse nur über den Vibrationsalarm gemeldet. Um dennoch bestimmte Anrufe und Nachrichten nicht zu verpassen, hat der Anwender die Möglichkeit einzelnen Einträgen seines Adressbuches spezielle Signaltöne, die auch durch einen Wechsel der Profile nicht beeinflusst werden, zuzuordnen.