GSM (Global System for Mobile Communications) ist ein Mobilfunkstandard für digitale Netze. Dieser Standard wird vor allem für leitungsvermittelte Datenübertragung genutzt und ist nur zur Sprachübertragung ausgelegt. GSM hat die analogen Netze abgelöst und ist weltweit am stärksten vertreten. GSM wurde 1992 zusammen mit den D- und E-Netzen eingeführt und ist maßgeblich an der schnellen Ausbreitung der Mobiltelefonie beteiligt. 1982 wurde eine Arbeitsgruppe mit dem Namen Groupe Special Mobile gegründet. Diese hat sich zur Aufgabe gemacht, einen einheitlichen Mobilfunkstandard zu entwickeln. Im Jahr 1989 wurde dann mit dem D-Netz das erste Mal der GSM-900-Standard eingeführt. Bereits 1990 wurde an der Weiterentwicklung von GSM gearbeitet. Ziel war es, einen GSM-Standard mit einem höheren Frequenzbereich zu entwickeln. Daraus entstand der GSM-1.800-Standard, der vorrangig von den E-Netzen genutzt wird. Schlussendlich ging der GSM-Standard im Jahr 1992 offiziell an den Start und wurde in der Öffentlichkeit kommuniziert. Durch die Weiterentwicklung der Standards und Weitergabe der Projekte an verschiedene Partner, wird auch weiterhin an der Standardisierung für GSM gearbeitet. Der Begrifft GSM an sich wurde in GERAN umbenannt. GERAN bedeutet GSM EDGE Radio Access Network.
Neben den Frequenzen 900 MHz und 1.800 MHz werden weltweit die unterschiedlichsten Funkfrequenzen genutzt.
GSM-450 und GSM-480 werden nur in Tansania eingesetzt. In den USA werden die GSM-Netz 850 und 1.900 unterstützt.
Das GSM-Netzwerk kann nur mit folgenden vier Komponenten bestehen und nur so kann seine volle Funktion entfaltet werden. Ein wesentlicher Bestandteil des GSM-Netzwerkes sind die Mobiltelefone, mit integrierter Sende- und Empfangseinheit – der Antenne. Sie ermöglicht dem Nutzer eine Verbindung in das Netz.
Weiterhin wird das Mobilfunksendesystem, die zentrale Steuereinheit, benötigt. An dieses sind die einzelnen Basisstationen angebunden, die die Funkzellen versorgen. In den meisten Fällen sind hier bis zu 100 Basisstationen angebunden. Die Basisstationen sind vor allem für die Leistungsregelung und das Handover zuständig.
Über die Basisstationen werden die Signale mittels einer Luft- und Funkschnittstelle an das Mobiltelefon übertragen. Eine Basisstation kann Funkzellen in einem Umkreis von bis zu 35 Kilometer versorgen. Bedingt durch die Architektur einzelner Funkzellen, fällt die Reichweite meist geringer aus. TRAU ((Transcoding und Rate Adaption Unit) wandelt das GSM-Signal um, damit es an das Vermittlungssystem weitergeleitet werden kann. Viele Mobilfunknetzbetreiber integrieren die TRAU in das Vermittlungssystem.
Die Vermittlungsstelle Mobile Switching Center (MSC) verwaltet die Verbindungen zwischen den Mobiltelefonen und dem Festnetz sowie die Benutzerdaten der Mobilfunkteilnehmer. Sämtliche Kundendaten sind hier hinterlegt. Dies ist Grundlage für die Abrechnung der Gespräche. Wird ein Mobiltelefon eingeschaltet, verbindet sich die SIM-Karte mit der nächstgelegenen Basisstation. Somit ist der Kunde im Netz angemeldet. Das Gateway-MSC sorgt für eine Verbindung in fremde Netze und sichert den Verbindungsaufbau ab.
Als letzte Komponente muss das OMC (Operation und Maintenance Center) genannt werden. Das OMC nimmt die Kontroll- und Überwachungsfunktion innerhalb des Mobilfunknetzes wahr. Zum einen werden die Basisstationen mittels OMC-B und zum anderen die Vermittlungsstellen mittels OMC-S überwacht.